Bethlehem, Eilat, Tel Aviv

15.04 2006 (8:05)

So…. ich sitze nun im Hostel Mughraby in Tel Aviv – Die letzten beiden Tage verliefen ein wenig chaotisch…

Vorgestern bin ich nachmittags die 10km nach Bethlehem (Palaestina) gewandert, da Laure mich nicht abholen konnte. Nach 2 Stunden habe ich dann den Checkpoint, sozusagen die Israelisch-Palaestinensiche Grenze, erreicht. Durch den Checkpoint der Israelis kam ich schnell – sie winkten mich gleich durch als sie meinen roten Pass sahen. Von dort aus gings dann ins Fluechtlingscamp Aida, indem Laure fuer 2 Wochen arbeitet. Das Camp ist von der UNO offiziell anerkannt und ist vorallem eine Schule fuer die Fluechtlingskinder.

Ibrahim, der Leiter des Camps, zeigte mir die verschiedenen Raeumlichkeiten, sowie die Probeauffuehrung des Theaters, welches die Kinder diesen Sommer in Frankreich und Belgien spielen werden. Soweit ich das ganze verstanden habe, geht es darum, wie die Kinder die Besetzung durch die Israelis empfinden… natuerlich immer ein wenig uebertrieben dargestellt. Er zeigte mir ausserdem die 9 Meter hohe Mauer, die vor kurzem gebaut wurde und die besetzten Gebiete von Israel abtrennt. Darauf sind Sprueche zu lesen wie: “The Wall will not stop us”, “KZ Israel”, “Stop the Occupation”.

Am abend brachte mich Ibrahim, zusammen mit Delphine (einer Belgierin) und Laure, zu seinen Schwiegereltern. Er erzaehlte uns dort, wieso er 1991 fuer einen Monat ins Gefaengnis musste. Einer seiner Cousins hatte damals einen ranghohen Offizier erschossen und hat sich dann versteckt – Niemand wusste wo er war. Am selben abend kam dann das israelische Militaer und verhaftete 35 Leute, die den Cousin kannten oder mit ihm verwandt waren, darunter auch Ibrahim. Jede/r von ihnen wurde einen Monat lang ins Gefaengnis gesteckt – waehrend dieser Zeit wurden ihnen keine Fragen gestellt, sie wussten nicht einmal, warum sie eingesperrt wurden.

Am naechsten morgen gings dann nach Eilat, ans rote Meer. Nach 4,5-Stunden Busfahrt kam ich dann dort an… leider waren alle Hotels ausgebucht… tja, momentan ist Peschach (juedisches Fest, welches 1 Woche dauert) und alle Israelis fahren deshalb nach Eilat – Also: Peschach und Eilat = Absolute idiotische Idee! Ich musste also irgendwie wieder zurueck in den Norden.

Ich ging auf den Highway und lief Richtung Norden – Etwa 2 Stunden und 50 Autos spaeter hielt Nani an. Seine Bedingung war, dass ich ihn waehrend der 400km-Fahrt nach Tel Aviv, wohin er fuhr, wachhalten musste… wir redeten also fast ununterbrochen. Um 3 Uhr morgens setzte er mich dann vor dem Youth Hostel in Tel Aviv ab. Ich ging rein und – Ueberraschung… wieder ausgebucht. Ich legte mich auf eine Parkbank und schlief ein – etwa 3 Stunden spaeter wurde ich durch das Miauen einer herumstreunenden Katze geweckt, die sich auf meinen Rucksack gesetzt hatte.

4 Responses to “Bethlehem, Eilat, Tel Aviv”

  1. lordscottish Says:

    Sehr interessant die Beiträge zu lesen, weiter so Shuab

  2. Tobi Says:

    Wirklich schöne Ausführungen! Hört sich doch nach spannenden Ferien an. Freue mich schon auf die Bilder (hoffe mal, du macht das Eine oder Andere).

  3. Mänu Says:

    Hehe, Shib on Parkbank, zviu! Und itze hets ja no Pilger wäge Ostere (Grabeschile z’Jerusalem), du heshc die perfekti Zyt troffe… :D

  4. shib Says:

    Hehe… ich wollte vorhin ein paar Bilder uploaden… aber ich muss mein USB-Kabel zuerst finden… bis dahin muesst ihr euch halt mit den Texten begnuegen.

    So schlimm ist es auch nicht, die Pilger sind nicht in Tel Aviv.

    Momentan gibt es kein Brot… hatte gestern Lust auf ein schoenes Sandwich… gabs aber nicht :( und zum zmorge gibts sone art knaeckebrot…


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