Der letzte Tag
28.04 2006 (8:09)
Hmm… als ich vorhin gesehen habe dass ich gestern 90 Besucher hatte, dachte ich, jetzt sollte ich doch noch mal schreiben.
Der Grund fuer's Nicht-Schreiben war, dass ich erstens fast nichts mehr gemacht habe, ich zweitens 2 Tage lang an einer Magenverstimmung litt und drittens gestern der Post den ich geschrieben hatte spurlos verschwunden ist.
Ich war fuer einen Tag kurz am Toten Meer – nur fuer ein paar Stunden, habe mir auch kurz Ramallah angesehen, habe aber seit dem letzten Post auch drei Buecher gelesen: In Cold Blood von Truman Capote (Der erste Non-Fiction-Roman je ueber einen vierfach-Mord in einem amerikanischen Dorf namens Holcomb; Ein Film ueber den Autor kam letzthin im Kino), Fever Pitch von Nick Hornby (Ueber seine Fussball-Obsessionen und Arsenal, recht interessant, auch fuer mich als nicht allzu grosser Fan des Fussballs… Hornby hat uebrigens About a Boy geschrieben, welches auch verfilmt wurde) und dann Diary von Chuck Palahniuk (Sehr skurriles Buch, Palahniuk hat Fight Club geschrieben, welches auch verfilmt wurde… Brad Pitt und Edward Norton sind die Hauptdarsteller).
Momentan lese ich gerade John Grisham's The Summons, welches mir auch ueber die Wartezeit bei den Sicherheitskontrollen, welche laut "Prognose" lange dauern koennen… dank Besuchen in der Westbank.
Man mag sich fragen, warum man sich in Jerusalem mit Buechern die Zeit vertreibt… Ich habe alles gesehen was ich sehen wollte und litt unter Magenverstimmungen (ich habe uebrigens in den Ferien unter folgendem gelitten: Kopfschmerzen, Fieber, Magenschmerzen, Schnupfen, Halsweh, Husten… Grippe in Teilen koennte man es nennen.)… aber eigentlich bin ich ja niemandem Rechenschaft schuldig und mein Verhalten ist nicht das abnormalste in dieser Stadt.
Vorgestern kam eine Schweizerin, die eigentlich Serbierin ist, zu mir und hat mir von ihrer goettlichen Vision erzaehlt… sie muesse fuer die Schweiz beten, da dort sehr viele Unglaeubige Leben. Ich solle doch jetzt gleich mit in die Kirche kommen und mit ihr zusammen Beten… Naja, als ich ihr gesagt habe, dass ich aus der Kirche ausgetreten bin und ich mir ueber Gottes Existenz nicht sicher bin (ich halte Gottes Existenz "nur" fuer wahrscheinlich) war sie dann ein wenig sprachlos…
Jerusalem ist uebrigens die Stadt mit den meisten selbsternannten Propheten, Aposteln und Messiassen (jaja… Globusse, Atlasse..) pro Quadratmeter.
Hmm… was soll ich noch schreiben. Ach ja, Ramallah war absolut langweilig… es gibt einen Markt eine Moschee und ein paar Araber die dort leben, wie in jeder arabischen Stadt halt – Gefaehrlich ist es ueberhaupt nicht.
Apropos Gefahr: Waehrend ich in Israel war gab es einen Anschlag in Israel und soweit ich weiss 3 in Aegypten. In Israel sind vorallem Israelische Zivilisten in Gefahr, in Aegypten vorallem Touristen… Mein Rat fuer teuren Selbstmord: Sharm-el-Sheik (Und nicht Israel, wie mir ein Mitlehrling mitgeteilt hat… gaeu Aedu).
Das Tote Meer ist ziemlich cool… fuer die dies nicht wissen: Das Tote Meer ist das Meer, wo man nicht untergehen kann. Allerdings muss man vermeiden, dass einem Wasser in die Augen kommt… auch schon wenig (ich weiss es…) schmerzt hoellisch. Vorallem ist es sehr intelligent, wenn man sich dann noch die Augen reibt, wie eine Frau die kurz vor mir ins Meer ging… ich weiss nicht wie lange sie die Augen nicht mehr oeffnen konnte.
Und ja, gestern habe ich es endlich auf den Tempelberg geschafft – Dort wo die Al-Aqsa-Moschee steht…. das Ding mit der goldenen Kuppel (wie Sam es beschreibt).
Heute ist also mein letzter Tag in Israel. Auf was ich mich am meisten Freue ist mal wieder richtig schweizerisch zu essen (und zu trinken…) … keine Falafel, keine Shwarmas, keine Kebabs, keine fresh pasteurized cow milk (Frische pasteurisierte Kuh-Milch) die sich als Joghurt entpuppt, keine Matze-Burger, keine Spaghettis die eigentlich Nudeln sind und keine Sandwiches mit Kuh-Salami… andere kommen mit dem Essen im Ausland eigentlich gut zurecht, vielleicht habe ich einfach deutsches Blut in meinen Adern.
Es ist nun auch Zeit ein Fazit zu ziehen: Israel hat mir gut gefallen, obwohl, aber vielleicht auch gerade weil sich hier die verruecktesten Leute herumtreiben. Was mir weniger gefallen hat waren die arabischen Ladenbesitzer in der Alstadt von Jerusalem (Ich habe dort aus Prinzip fast nichts gekauft) – Naja, der Tourismus macht Leute geldgierig. Mit gewissen Arabern (Ashraf, Said, Sadhu) hatte ich aber eine geniale Zeit und natuerlich auch mit allen Reisenden (Steven, Stewart, Mike, Joe, Meredith, Delphine, Laure, Thorsten, Ben, Patricia, Stephano, Ian, Ulf, Laurent, Marty, Nani, Tyler, Benoit, Kevin, Olivia und viele andere deren Namen ich vergessen habe) aus aller Welt.
Von Kirchen und Ruinen habe ich wahrscheinlich schon fast eine Ueberdosis abgekriegt… ab jetzt haben Besuche in solchen Plaetzen eine ziemlich niedrige Prioritaet. Im Militaerdienst bleiben mir solche Besuche sehr wahrscheinlich erspart… Und wenn ich gerade uebers Militaer schreibe: In Israel dauert der Dienst fuer Maenner drei Jahre, fuer Frauen zwei Jahre (ja, das ist Gleichberechtigung…). Wir Schweizer koennen uns also ziemlich gluecklich schaetzen.
Israel ist in einem Punkt aber ganz speziell: Vielfalt. An einem Tag koennte man in einer Kirche beten, im Toten Meer baden, danach Skifahren und am abend in Tel Aviv abfeiern. Israel ist fuer jede/n empfehlenswert der etwas mit Religion am Hut hat, fuer jede/n der einfach nur abfeiern will, fuer jede/n der die Natur geniessen will und fuer jede/n der Spinner sehen will…
Ok, so long, and thanks for all the Fish (Zitat aus Hitchhikers Guide to the Galaxy… ja auch dieses Buch wurde verfilmt).
P.S. Ab Samstag Mittag bin ich wieder in der Schweiz
28.04 2006 (1:49) at 1:49
Hey Shib! Hab erst heute Deinen Blog gelesen, ich weiss ja auch erst seit kurzem das Du einen führst…
, Du hast bestimmt auch Fotos gemacht!
Ist alles super spannend geschrieben/beschrieben; ich würde am liebsten selbst sofort nach Israel fahren!! Wenn ich das richtig interpretiere kommst du Morgen Mittag nach Hause. Oder? Würd mich sehr freuen wenn Du mich bei Gelegenheit anrufst, sobald Du dich mit schweizer Kost gestärkt hast und wieder munter bist
Nun wünsch ich ein gutes Nachhausekommen und freu mich Dich zu sehen! Gruss Sämi
28.08 2006 (7:30) at 7:30
test
29.08 2006 (5:50) at 5:50
dsdsds
29.08 2006 (5:51) at 5:51
ffd