Ich bin drin…

10.04 2006 (12:39)

Gestern abend habe ich endlich meine Reise gestartet. Im allgemeinen war die Reise langweilig. Im Flug von Budapest nach Tel Aviv habe ich dann aber Laure kennengelernt, eine Franzoesin die fuer 2 Wochen in der Westbank herumreisen wird.

Ich bin heute um 4 Uhr morgens in Tel Aviv angekommen und, wie nicht anders erwartet wurde ich durch die israelischen Sicherheitskraefte aufgehalten, da in meinem Pass ein syrischer sowie ein libanesischer Stempel zu finden sind. Die Befragung die ich ueber mich ergehen lassen musste dauerte bis 7 Uhr – Hier ein paar Beispielfragen: Warum gehst du nach Israel? Was hast du in Syrien gemacht? Hast du Freunde in Syrien? Wie heissen diese? Wie ist ihre Telefonnummer? Wie heisst dein Vater und wie heisst der Vater deines Vaters? Gehst du in die besetzten Gebiete? Hast du Freunde in Israel? Von wo kennst du sie? – Diese Fragen wurden immer und immer wieder gestellt, wahrscheinlich um zu uerpruefen, dass ich ihnen nicht einfach etwas vorphantasiere.

Laure und ich sind nun zusammen im Maison d’Abraham in Jerusalem, einem christlichen Hospiz indem (fast) nur franzoesischsprechende zu finden sind. Die Sicht vom Dach des Hospizes ist aber grandios – man sieht fast die ganze Altstadt (vorallem den Felsendom).

Ich bleibe dort nur fuer eine Nacht – nachher muss ich mir eine andere “Bleibe” suchen, da das Hospiz total ausgebucht ist. Laure wollte heute nach Bethlehem fahren, es scheint aber, dass ihre palaestinensische Freundin, welche sie hier haette abholen sollen, nicht durch die Checkpoints der Israelis durchgelassen wurde – Deshalb machen wir wohl heute eine kleine Besichtigungstour durch die Altstadt.

Noch 200 Stunden

1.04 2006 (10:47)

Meine Reisevorbereitungen nehmen langsam Form an. Gestern habe ich mich über die Möglichkeit des Autostopps in Israel erkundigt und überraschenderweise ist es leichter als angenommen: Autostopp ist erlaubt und zumindest früher war es für Israelis Pflicht, Soldaten die per Anhalter fahren wollten, mitzunehmen – 1996 wurde allerdings ein Israelischer Soldat von Palästinensern ermordet, welche ihn mitfahren liessen

Zudem bin ich daran mir noch einmal die Geschichte Israels durchzulesen. Das Buch, welches ich lese heisst "Die Geschichte des Staates Israel" und wurde von Michael Kruppe einem evangelischen Theologen und Israel-Korrespondenten geschrieben, der seit 40 Jahren in Jerusalem lebt. Es bietet eine Abhandlung der Geschichte Israels zwischen 1948 und heute, ist leicht verständlich, interessant geschrieben und bietet das wichtigse aus beinahe 60 Jahren israelischer Staatsgeschichte. Zudem sind die Ereignisse die zu den verschiedenen Israelisch-Arabischen Kriegen führten sehr gut beschrieben.

Ich habe mich ausserdem noch informiert, wie ich am besten von Israel aus in die Schweiz telefonieren kann. Eine der besten Optionen scheint mir, eine israelische SIM-Karte zu kaufen und dann mittels Jajah (Telefonieren übers Internet per Telefon / Mobiltelefon) die Verbindung in die Schweiz herzustellen – Kostenpunkt: 13 Rappen pro Minute.

Kadima gewinnt

29.03 2006 (10:50)

olmert.jpgGestern fanden die Parlamentswahlen in Israel statt. Wie nicht anders zu erwarten war, hat die von Scharon gegründete Partei Kadima (deutsch: Vorwärts) den Sieg errungen – Allerdings mit weitaus weniger Sitzen als erwartet: Von den erwarteten 40 dürften nur 28 der 120 Sitze an die Kadima gehen.

Nun muss Olmert, der Präsident der Kadima, mit Koalitionsgesprächen beginnen. Laut israelischer Presse wird bzw. muss er sich mit der Arbeiterpartei (Labour), der Rentnerpartei und einer Ultra-Religiösen Partei zusammenspannen um eine absolute Mehrheit in der Knesset (israelisches Parlament) zu erreichen. Eine Koaliton mit der immer mehr nach rechts abdriftenden Likud ist kaum vorstellbar.

Dass Hauptproblem zwischen der Arbeiterpartei und der Kadima ist die Art, wie die Parteien den Nahostkonflikt lösen wollen. Die Arbeiterpartei setzt auf Gespräche mit der Hamas, welche vor kurzem als Sieger in den palästinensichen Wahlen hervorging – Die Kadima allerdings will keine Gespräche mit der Hamas führen, sondern setzt auf einseitige Lösungen: Ausbau des Grenzwalls, Aufgabe des Grossteils der Siedlungen in der besetzten Westbank.

Beruhigend für meine Reise ist, dass wohl noch keine weitern Gewaltakte von Seiten Israels und von Seiten der Palästinenser zu erwarten sind.

Noch 12 Tage…

28.03 2006 (6:03)

Nun geht es also noch 12 Tage bis ich endlich wieder einmal verreise. Mein Plan ist, dass ich kein Plan habe – Ich weiss nur dass die Enddestination Tel Aviv heissen wird und dass mich dort um 4 Uhr morgens wahrscheinlich ein Verhör der Israelis erwartet – Denn mit Stempeln von Syrien und dem Libanon im Pass und dann noch dazu alleinreisend kann man nur Terrorist sein…

Apropos Terroranschläge: Es ist viel wahrscheinlicherin Israel von einem Auto gerammt zu werden, als in einen Terroranschlag zu geraten. Naja, Nicolas, ein Schulfreund von mir meinte allerdings, als er gehört hat wohin die Reise geht, dass es ihn gefreut hat mich kennenzulernen…

Ich hab mir vorhin noch kurz einen Blog eines Typen namens Godsmurf angesehen. Er war vor 2 Jahren in Israel und hat nun ein kleines Tagebuch seiner Reise veröffentlicht – Sehr lesenswert: Around the Middle East in 80 days